Jahrzehntelanger Einsatz für die Slumbewohner

15. április 2016

Die Karmeliterschwestern helfen konkret mit, Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dabei verfolgen sie gute Ansätze, wie das Beispiel der fünffachen Mutter Lerversita zeigt.




Hilfe in Nicaragua

Dank Ihrer Spende erhalten Kinder und Erwachsene in Slums Nahrung, Bildung, medizinische Betreuung und Beratung. So bringen Sie Licht und Hoffnung in den harten Alltag dieser Menschen.

56 Warme Mahlzeiten für 8 Kinder während eines Monats
100 Unterkunft und Betreuung für fünf Mädchen pro Monat
130 Beitrag an notwendige medizinische Versorgung im Slumgebiet
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«Na, springt rauf» meint Schwester Guadalupe zu Marie und Soria. Die beiden Mädchen kichern, nehmen Anlauf und springen auf die Ladefläche des Jeeps. Ihre Mutter Lerversita Solis, Schwester Guadalupe, Inés Wertgen und ich steigen vorne ein.

Gerade hatten wir ein längeres Gespräch mit Lerversita. Die Karmeliterschwestern kennen die Witwe und Mutter von fünf Kindern schon seit Jahren und haben sie bereits durch mehrere Höhen und Tiefen begleitet. Nun wollen wir zusammen ihr Zuhause besuchen. Lerversitas Häuschen ist am anderen Ende der Stadt. So fahren wir mit dem Jeep an Spielplätzen, Markständen und Kreuzungen vorbei. Es ist Dienstagvormittag, 11 Uhr. Mütter laufen mit Kindern an den Händen die Strasse entlang, auffallend viele Männer stehen in Gruppen herum.

Ständiger Kampf um jedes bisschen Geld

An der letzten Kreuzung verändern sich die Strassenverhältnisse. Wo vorher Beton und Teer eine ruhige Fahrt ermöglichten, liegen nun Staubstrasse mit Schlaglöchern unter uns. Rechter Hand taucht ein zweiter, kleinerer Markt auf. Hier kauft Lerversita jeden Morgen Früchte und Gemüse ein, die sie dann auf einem schweren Holzkarren durch die Strassen schiebt und an Einzelne weiterverkauft. So verdient sie ihren spärlichen Lebensunterhalt für die Familie. Ist sie mal verletzt oder krank, kann Lerversita nichts verkaufen und nimmt dementsprechend auch kein Geld ein. «Es kostet mich enorm viel, den Karren zu ziehen, manchmal bin ich wirklich am Rande meiner Kräfte.»

Vom harten Leben gezeichnet

Die 45-Jährige kommt ursprünglich aus Waspan, einem Ort nahe der Grenze zu Honduras. Ihre Muttersprache ist Meskito, eine indigene Sprache in Mittelamerika, die auch in Puerto Cabezas den Alltag beherrscht. Als zweite Sprache spricht Lerversita Spanisch. Trotz ihrer 45 Jahre sieht sie eher aus wie eine ältere Grossmutter. Das liegt an falscher Ernährung, an der harten Arbeit und einigen Schicksalsschlägen: Sie ist eigentlich Mutter von sechs Kindern. 2007 sind jedoch ihr Mann an einem Hirnschlag und die älteste Tochter an einem epileptischen Anfall gestorben.

Einsatz für die Kinder

Trotz der schwierigen Lage ist es Lerversita wichtig, dass ihre Kinder die Schule besuchen können. Zwei ihrer Töchter – Marie und Soria – wohnen seit wenigen Jahren im Konvent. Soria ist 18 Jahre alt, Marie 10. Jedoch ist Marie aufgrund einer Fehl- und Mangelernährung auf dem Entwicklungsstand einer «Drei- bis Vierjährigen», wie uns Schwester Guadalupe später mitteilt. Im Konvent wird sie deshalb mit Aufbau- und Ergänzungsnahrung versorgt.

Prekäre Wohnsituation

Die Mutter besucht ihre beiden Töchter regelmässig und ist immer eingeladen, gleich mitzuessen. Die Schwestern unterstützen sie, wo sie nur können. Das hat Lerversita dringend nötig, denn bald ist sie obdachlos. Als wir bei ihrem Zuhause ankommen, sehen wir auf den ersten Blick, warum: Das morsche Holz zieht sich von der Treppe über den ganzen Grundbau des Häuschens. Die Balken sind so zerfressen, dass die Hütte jederzeit einstürzen könnte.

Bis Ende März wohnen Lerversita und ihre Kinder im leerstehenden Nachbarhaus. Doch dann kommen die Bewohner zurück. Die Familie braucht dringend Unterstützung für den Aufbau ihres kleinen Häuschens. Auf ihrem kleinen Grundstück hatte ihr Mann dazumal begonnen, mit ein paar Balken ein Häuschen zu erstellen. Doch dann starb er unerwartet an einem Hirnschlag.

Seit seinem Tod fehlt es an allen Ecken und Enden: Lerversita hat kaum Geld für das Essen der eigenen Familie. So kann sie auch kein überschüssiges Geld für Materialien auf die Seite tun. Für ihr Häuschen bräuchte sie Holzbretter und Wellblech für das Dach. Schwester Gua­dalupe hat bereits angeboten: «Unsere Arbeiter des Konvents könnten das Häuschen für Lerversita bauen.» Doch die Finanzen (CHF 5500.–) für das Material fehlen bisher.

Immer wieder Grund zur Hoffnung

Vorübergehend wird die Familie im Konvent bei den Karmeliterschwestern wohnen können. Doch dies ist keine langfristige Lösung. Wir hoffen sehr, dass wir bald das Geld sammeln können, um der Witwe mit ihren Kindern ihr kleines Häuschen zu ermöglichen.

Unabhängig von ihrem Häuschen schöpft Lerversita immer wieder neuen Mut und neue Hoffnung, dank der treuen Hilfe der Karmeliterschwestern. Die Karmeliterschwestern wohnen seit Jahrzehnten inmitten verschiedener Slumgebiete und bieten materielle Hilfe aller Art an. Doch besonders ihre treue Präsenz, ihre Liebe und ihr offenes Ohr sind für unzählige Slumbewohner von enormer Bedeutung.

Corinne Germann


 

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Mit Bildung gegen die Armut

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