Gunnar Wiebalck: Unerschrockener Einsatz für Glaubensverfolgte

10. november 2016

Ende einer langen und intensiven Ära: Gunnar Wiebalck (67) geht nach 26-jähriger Tätigkeit bei CSI in Pension. Ihn zeichnet sein schier grenzenloser Einsatz für Verfolgte und Bedrängte aus, insbesondere vor Ort.



1990 trat Gunnar Wiebalck seine Stelle bei CSI an und übernahm dabei die Verantwortung bei der Not- und Katastrophenhilfe. Von Beginn weg legte er viel Herzblut für die verfolgten Christen an den Tag. Sein Einsatz für seine bedrängten Glaubensbrüder schien keine Grenzen zu kennen.

Hilfe wichtiger als die eigene Sicherheit

Dieses Engagement bedeutete für Gunnar Wiebalck auch, wenn immer möglich der Not direkt zu begegnen. Unzählige Male besuchte er Menschen in Bedrängnis und Not. Stets reiste er nach dem Motto: «Ich begegne den Menschen dort, wo sie sind, wo die Not am grössten ist.» Seine persönliche Sicherheit stellte er dabei oft in den Hintergrund.

 

Bestes Beispiel dafür lieferte er Anfang der 90er Jahre mit seinem Einsatz in der damaligen Konfliktregion in Nagorni-Karabach, der armenischen Enklave in Aserbaidschan. Zusammen mit dem heutigen Nahost-Projektleiter Dr. John Eibner half Gunnar Wiebalck, die Blockade des Nahrungsmittel-Korridors für die eingeschlossenen Armenier zu durchbrechen.

 

Gunnar Wiebalck bereiste auch die Ninive-Ebene im Nordirak. Damals war die Region zwar noch nicht von der Terrormiliz erobert. Doch kam es immer wieder zu islamistischen Anschlägen, die überall stattfinden konnten. So war er 2008 in der gegenwärtig umkämpften IS-Hochburg Mossul. Schon damals war die Hälfte der dort ansässigen Christen geflohen, weil es Attentäter immer wieder auf sie abgesehen hatten.

 

Das häufigste Ziel von Gunnar Wiebalcks Projektreisen war der heutige Südsudan. Während der Zeit der Abspaltung und Neugründung des Staats war Wiebalck als Nothilfe-Verantwortlicher besonders gefordert. Über 110 Mal hat Gunnar Wiebalck im Namen von CSI den Südsudan besucht.

 

Als Projektleiter übernahm Gunnar Wiebalck 2009 die Verantwortung für Pakistan. Hier zeigte sich besonders deutlich, dass er die Hilfe für die bedrängten Christen seiner persönlichen Sicherheit voranstellte. So reiste er beispielsweise jeweils unmittelbar nach den Bombenanschlägen auf Kirchen in Peschawar (September 2013) und Lahore (März 2015) ins Krisengebiet, um überlebenden Opfern beizustehen.

Er setzte seine vielseitige Begabung ein

Nebst seinem unermüdlichen Engagement für die Opfer von Gewalt, Drangsalierung und Verfolgung zeichnete sich Gunnar Wiebalck auch als Geschäftsleiter aus. Zweimal übernahm er ad interim die Geschäftsführung von CSI in Deutschland. Unter seiner Leitung verzeichneten die Spendeneinnahmen jeweils ein Wachstum. Sein technisches Know-How und Flair für moderne Technik stellte er unter anderem mit seinen zahlreichen Video-Beiträgen aus den Projektreisen unter Beweis.

 

Eine grosse Stütze war Gunnar Wiebalck ferner im redaktionellen Bereich. Von 2002 bis 2005  war er für das CSI-Magazin verantwortlich. Bis zu seiner Pensionierung schrieb er die Artikel aus seinen Projektreisen in Pakistan fürs CSI-Magazin stets selbst. Er verfasste die Berichte stets in einer leserfreundlichen Art und liess dabei immer wieder seine tiefe Empathie für verfolgte Christen durchblicken.

Eine Berufung

Gunnar Wiebalck war für die Arbeit von CSI eine prägende Kraft. Unzählige Menschen verdanken seinem Einsatz unendlich viel. Sein Herzensanliegen für gefährdete religiöse Minderheiten zeigte er auch dadurch, dass er 2,5 Jahre über sein Pensionsalter hinaus für CSI im Einsatz stand.

 

Nun tritt er kürzer und geht in Pension, auch um die Planung seiner Nachfolge zu vereinfachen und sich seinen vielfältigen privaten Interessen zu widmen.

 

Worte reichen nicht aus, um die Dankbarkeit angemessen auszudrücken. Und trotzdem tun wir dies: Vielen herzlichen Dank, Gunnar. Deine Tätigkeit bei CSI war für dich kein Job, sondern eine Berufung und Lebensaufgabe. Wir werden Dich und Deine freundliche, demütige und klare Art sehr vermissen. Für Deinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir Dir alles Gute und Gottes reichen Segen.

 

Benjamin Doberstein, Geschäftsführer

 

 

 

 

Pakisztán Projekt