Ein Leben an der Grenze der menschlichen Würde

07. október 2016

Dass Menschen in einem EU-Land in halb zerfallenen Häusern leben müssen, mag für viele kaum vorstellbar sein, ist jedoch bittere Realität. Von ihrem Mann verlassen, muss sich die vierfache Mutter Ginta Bite in ihrem schäbigen Haus alleine um ihre Kinder kümmern.




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Eine unebene Lehm- und Schotterstrasse führt uns zum abgelegenen Haus der vierfachen Mutter Ginta Bite. Sie und ihre beiden jüngsten Kinder, Annija und Markuss, empfangen uns herzlich. Annija und Markuss gehen in die Primarschule, durften heute aber ausnahmsweise zu Hause bleiben.

Für die Kinder ist es jeweils ein grosser Tag, wenn CSI-Projektpartner Bill Schulz und seine Mitarbeiter von Mission Pakapieni zu Besuch kommen. Sie wissen, er kommt nie mit leeren Händen und es ist immer etwas Leckeres dabei. Etwas, was sie in ihrem Alltag sonst nie haben.

Hoffnung auf einen Job

Seit ihr Mann sie verlassen hat, muss sich Ginta alleine durchschlagen. Sie arbeitet im Hühnerstall, gleich neben ihrem Haus. Dieser ist fast noch in besserem Zustand als ihre Unterkunft, welche dem gleichen Besitzer gehört. Nach ihrer Armoperation konnte sie nicht mehr für ihn im Stall arbeiten. «Ich habe ständig Angst, dass der Besitzer mir deswegen kündigt», sagt sie sorgen­voll.

Ginta wollte schon lange ein anderes Appartement mieten, doch die Mietzinskaution von 300 Euro sowie die monatliche Miete von 150 Euro kann sie sich nicht leisten. Seit längerem hofft sie auf einen Job in der Fischfabrik, wo auch ihre älteste Tochter arbeitet. «Im Moment muss ich mit 270 Euro monatlich auskommen, die ich aus Alimenten bekomme», beschreibt sie ihre missliche finanzielle Lage.

Dankbar für jede Hilfe

Die regelmässigen Besuche und Unterstützungen von Mitarbeitern der Mission Pakapieni ist für sie eine enorme Ermutigung und Hilfe. Stolz und dankbar zeigt sie mir die Waschmaschine, die sie vor einiger Zeit von CSI erhalten hat. Nicht alle Wäsche der vier Kinder mühsam von Hand waschen zu müssen, erleichtert ihr den schweren Alltag sehr.

Die Maschine steht in der einfachen Küche, bestehend aus Holzherd und Lavabo. Fliessendes Wasser gibt es keines. Das Wasser für die Waschmaschine muss mit einem kleinen Gefäss zugeführt werden. Das Händewaschen über dem Lavabo erfolgt ebenso sparsam mit einem Plastikeimer.

Während die Kinder freudig das mitgebrachte Lebensmittelpaket öffnen und die feinen Sachen bestaunen, kocht Ginta für uns Kaffee und offeriert dazu Biskuits und Schokolade. Ein Luxus, mit dem sie uns ihre Dankbarkeit und Freude zeigt.

Ein peinlicher Moment

Nach dem Kaffee fragte ich wo sich die Toilette befindet. Ginta schaut sie sehr beschämt drein: «Es gibt keine, jedenfalls keine, die ich guten Gewissens anbieten könnte». Später, vor unserer Weiterfahrt zum nächsten Familienbesuch, erblickte ich neben dem Haus das schäbige Plumpsklo, morsche Holzbalken dienen als Sichtschutz.

Ginta lächelt dankbar zum Abschied. Die Kinder drücken ihre Nasen an der von Kälte beschlagenen Scheibe platt. – Froh über unseren Besuch, traurig über den Abschied und hoffend, wartend auf das nächste Wiedersehen.

Yolanda Nhili


Hilfe für verarmte Menschen

Verarmte lettische Familien wie jene von Ginta Bite können beim CSI-Partner Mission Pakapieni einen Antrag für Unterstützung stellen. Die einheimische Hilfsorganisation klärt sorgsam ab, welche Hilfe am nötigsten ist. Die Unterstützungsmöglichkeiten sind vielseitig, sei dies eine Budgetberatung, Hilfe bei einem Bewerbungsschreiben oder Ermutigung für den Alltag. Bedürftige Familien erhalten auch materielle Unterstützung wie Schul­material, Brennholz, Matratzen, Lebensmittel­pakete oder auch Geld für offene Rechnungen. Möglich ist auch eine Waschmaschine wie bei Ginta Bite.

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