CSI-Tag: Neue Hoffnung und Hilfe in ein selbständiges Leben

04. november 2016

Jeden Herbst laden wir ausgewählte Projektpartner ein, über ihre Arbeit zu berichten. Am 29. Oktober 2016 erhielten die rund 180 Gäste des «CSI-Tages» Einblick in die Projektländer Indien, Syrien, Pakistan und Nigeria.



„Menschenhandel ist wie ein Spinnennetz“, erklärte Juristin Aashima den Anwesenden und erzählte die erschütternde Nachricht, dass oft die eigenen Eltern, Freunde oder Bekannte das Opfer verkaufen und ausbeuten lassen. Zusammen mit ihrem Team informiert Aashima die ländliche Bevölkerung in Indien und rettet, soweit möglich, auch Opfer. Diese erhalten ein sicheres Zuhause. Mit Coachings wird ihnen geholfen, das Trauma zu verarbeiten. Die Projektpartnerin arbeitet seit drei Jahren mit CSI. In Statistiken sieht sie nicht die erdrückenden Zahlen vor sich, sondern das Leben eines einzelnen Menschen.

Syrien – für Flüchtlingsfamilien

Schwester Sara* führte den Zuhörern mit ihrem Vortrag einmal mehr das Leiden der Menschen in Syrien vor Augen. Die CSI-Projektpartnerin aus Syrien ist selbst vom Krieg betroffen und musste von der damals umkämpften Stadt Homs an die Mittelmeerküste fliehen. Der Krieg raube den Leuten die Lebensenergie. „Auch ich fühle mich am Rande meiner Kräfte“, gestand sie offen. Sie wies ferner darauf hin, dass die wirtschaftlichen Sanktionen der Schweiz, Europas und Amerikas vor allem die Zivilbevölkerung treffen. Preise für Essen oder lebenswichtige Medikamente sind teilweise unerschwinglich geworden. Mit eindrucksvollen Zeugnissen und Fotos aus ihrer Arbeit mit Kindern und Flüchtlingsfamilien schenkte Schwester Sara* den Besuchern aber auch einen anderen, hoffnungsvolleren Einblick in dieses zerrüttete Land. „Das Syrien, wie wir es lieben, wird nicht sterben. Wir werden es nicht verlieren.“

Nigeria – für Terroropfer

Zwei der vier schlimmsten Terrorgruppen der Welt wüten in Nigeria. Boko Haram kennen viele, doch hören wir in den hiesigen Medien kaum über die sich häufenden, tödlichen Anschläge der Fulani-Hirten gegen christliche Bauern. Und trotz erschütternden Zahlen macht der Staat bisher keine Anstalten, gegen die Angreifer vorzugehen oder die Bevölkerung zu beschützen. Projektkoordinator Franco Majok besucht regelmässig Opfer von Anschlägen: „Mit finanzieller Unterstützung für eine Operation oder für ein eigenes KMU können wir einzelnen Menschen ein selbständiges und würdiges Leben ermöglichen.“

Auch Projektpartner Pfarrer Latif* hielt einen beeindruckenden Vortrag über die Hilfe für Bedrängte und Verfolgte in Pakistan. Dort werden Minderheiten stark diskriminiert. 90 Prozent aller Christen sind von grosser Armut betroffen und können sich eine Schulbildung kaum leisten. Pfarrer Latif* und seine Frau Esther* haben inmitten von christlichen Slum-Gebieten drei Schulen eröffnet, über 1000 Kinder haben nun Zugang zu Bildung.

Für die Christen in Pakistan ist Bildung auch in Bezug auf das umstrittene Blasphemiegesetz wichtig. Dazu Pfarrer Latif: „Anklagen können vermieden werden, wenn jeder Christ über die Blasphemiegesetze Bescheid weiss. Dazu braucht es jedoch Schulbildung.“ Die pakistanischen Projektpartner und CSI unterstützen ausserdem Opfer von Bombenattentaten mit finanziellen Zuschüssen für Operationen und leisten Lebensmittelhilfe.

CSI bedankt sich bei den rund 180 Gästen und dem wertvollen Einsatz der Freiwilligen herzlich für den gelungenen Tag. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Corinne Germann | Reto Baliarda | Adrian Hartmann

*Name aus Sicherheitsgründen geändert