Christ wegen Blasphemie zu drei Jahren Haft verurteilt

17. november 2016

Der christliche Aktivist Slimane Bouhafs wurde wegen angeblicher Blasphemie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein einheimischer Menschenrechtler fordert seine Freilassung. Derweil macht sich Bouhafs Tochter Sorgen um die Gesundheit ihres Vaters.



Am 7. August 2016 ist Slimane Bouhafs zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte in den sozialen Medien geschrieben, dass «das Licht Jesu die Lüge des Islams und seines Propheten überwinden» möge. Dazu veröffentlichte der 49-Jährige Bilder, die die Hinrichtung von Zivilisten durch islamistische Terroristen zeigen. Die Behörden stuften dies als Beleidigung gegen den Islam, Algeriens Staatsreligion, ein.

Der Vizepräsident der Algerischen Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte, Said Salhi, kritisierte das Urteil als Angriff auf die in der Verfassung garantierte Gewissens- und Glaubensfreiheit. Er forderte die sofortige Freilassung des Christen. Seine Familie ist besorgt. Bouhafs Tochter Afaf befürchtet, dass sich die Gesundheit ihres Vaters im Gefängnis verschlechtern wird. Er ist chronisch krank und leidet an entzündlichem Rheuma. Zudem müsse er eine strenge Diät befolgen.

Wie der Präsident der Protestantischen Kirche Algeriens mitteilt, werde ein Anwalt Berufung gegen das Urteil einlegen. «Kommentare wie jener von Bouhafs sind in den sozialen Medien in Algerien häufig zu lesen, ohne dass diese Folgen hätten.»

Nach Angaben der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten leben in Algerien bis zu 365′ 000 Christen – überwiegend ehemalige Muslime. Das sind etwa ein Prozent der 39 Millionen Einwohner. Die übrigen sind fast ausschließlich Muslime.

Reto Baliarda