«Wir möchten nur unseren Glauben leben»

12. március 2018

Im Bundesstaat Chhattisgarh erleben Minderheiten, allen voran Christen, Unterdrückung, falsche Anschuldigungen und tätliche Angriffe im Alltag.    –    Zwei Pastoren erzählen von ihren Erlebnissen.



 

Auf der letzten CSI-Reise im Feb­ruar trafen Inés Wertgen und Corinne Germann, zusammen mit Mitarbeitern vor Ort, zwei Pastoren, die immer wieder Angriffen und Drohungen seitens der Hinduextremisten ausgesetzt sind. Die Pastoren Kumari* und Khan* kamen für ein Interview in ein Hotel in Raipur, Hauptstadt von Chhattisgarh. Sie in ihrem Gebiet zu besuchen wäre für weie Personen zu gefährlich gewesen, doch besonders auch für sie.

Pastor Kumari: «Christen wurden schwer verletzt»

«Wir erleben seit einigen Jahren immer wieder Drohungen. Oft wurden wir während den Gottesdiensten dermaen eingeschüchtert, dass wir den Anlass abbrachen und flüchteten. Was mich am meisten traurig macht ist, dass ich die Angreifer gut kannte. Immer wieder versuchte ich ihnen zu erklären, dass wir einfach einen Gottesdienst halten wollten, nicht Leute bekehren».

Doch Ende 2014 kam es soweit, dass ein Mob wütender Hinduextremisten die Gottesdienstbesucher während eines Gottesdienstes tätlich angriffen. Viele wurden schwer verletzt. Zehn mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Bis heute wurde keiner der Angreifer angeklagt, die Fälle sind noch pendent. Auch wenn mittlerweile Ruhe eingekehrt ist, so ist diese Ruhe relativ, da die Spannung und Angst vor neuen Angriffen omnipräsent ist», so Pastor Kumari.

Pastor Khan: «Wir können nicht zurück»

«Nach wiederholten Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der RSS (hinduistischer nationalistischer Freiwilligenkorps), die uns immer wieder schikanierten und bedrohten, wurden wir Mitte 2016 schlussendlich zur Polizeistation zitiert», erzählt Pastor Khan. Auf dem Weg zur Polizei musste die Gruppe Christen durch ein Stück Wald fahren, wo sie von RSS-Leuten abgefangen und zusammengeschlagen wurde.

Als die verletzten Gemeindemitglieder bei der Polizeistation ankamen, wurden sie dort wieder brutal geschlagen. Einige konnten fliehen, andere wurden verhaftet. «Es war ein Alptraum, wir hatten extreme Angst. Sogar meine Frau hatten sie gefangen genommen. Wir wussten nicht, was sie noch mit uns vorhatten», schildert Pastor Khan das erschreckende Erlebnis.

Nach drei Tagen im Gefängnis wurden sie freigelassen. Bis heute wurden die Täter nicht angeklagt. «Seit den Angriffen leben wir als Familie in einem anderen Ort, da wir nicht zurück in unser Dorf können. Wir müssen sehen, wie und wo wir unser Leben weiterleben werden. Aber wir sind dankbar, dass wir von diesen Anwälten Unterstützung erhalten. Ohne sie hätten wir nie eine Anklage erhoben, noch würden wir uns getrauen, uns zu wehren. Zu wissen, dass sie mit uns zusammen kämpfen, gibt uns Mut und Hoffnung», schliesst Pastor Khan das Interview ab.

 

Inés Wertgen, Projektleiterin Indien

 

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